"Die Zukunft? Das ist das gründlich andere."

Christa Wolf

Im Dezember 1989, in jener Phase des gesellschaftlichen Auf- und Umbruchs, schlossen sich 23 Künstlerinnen, darunter Malerinnen, Grafikerinnen, Plastikerinnen und zwei Kunstwissenschaftlerinnen, zusammen. Mit der Gründung der Dresdner Sezession 89 e.V.  sollte bewusst auf die historische Sezessionsbewegung Bezug genommen werden, zu der  Künstlerinnen damals kaum Zugang fanden. Doch auch noch im Gründungsjahr war die Gleichberechtigung in der Öffentlichkeit und auf dem Kunstmarkt nicht durchgefochten, bestand die Notwendigkeit für die Wahrnehmung und Anerkennung von Künstlerinnen zu kämpfen:

»Wir wollen unserem schöpferischen Potential Ausdruck geben, denn die heutige Welt braucht die weibliche Wahrnehmungsweise aus weiblichem Identitätsgefühl heraus. Als geistiger Ansatz verbindet uns die These von der inneren Notwendigkeit als Grundlage künstlerischer Äußerung«. (aus dem Zirkular 1990)

Kein Stil eint die Gleichgesinnten, sondern die Kunst an sich. Somit ist die Dresdner Sezession 89 e.V. keine radikale Feministinnengruppe, denn der geistige und künstlerische Austausch mit Frauen wie Männern wird gesucht.

Die Vielschichtigkeit der Handschriften der Künstlerinnen, die Differenzierung der Altersstruktur und die damit einhergehenden vielfältigen weltanschaulichen Positionen und sozialen Erfahrungen ermöglichten produktive Spannungen und notwendige Voraussetzungen für ein gegenseitiges befruchtendes Miteinander.

Die Künstlerinnengruppe ist eng verbunden mit der Geschichte dreier Galerien in Dresden - darüber mehr unter der Rubrik »galerie drei«.